Was man über Oberleitungen wissen sollte

von Friedhelm Weidelich

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Kommentar von Beat Furrer |

Danke für ihren Kommentar zur Modell-Fahrleitung. Vielleicht ein Hinweis zu den Beton- oder Stahlgewichten am Mast: Der Fahrleitungsplaner und -bauer will immer die gleiche Zugkraft im Fahrdraht haben, dies unabhängig ob Winter oder Sommer. Die Gewichte definieren die Zugkraft im Fahrdraht, je nach Spannvorrichtung. Wenn die Übersetzung 1:3 ist und der Fahrdraht mit 15 kN gespannt werden soll, dann muss das Gewicht 500 kg schwer sein. Der Fahrdraht wird bei hohen Temperaturen (Umgebung und Strombelastung) länger und die Gewichte senken sich am Mast. Bei Kälte ist's umgekehrt, die Gewichte werden angehoben, weil der Fahrdraht kürzer wird. Man beachte, dass die Gewichte am Mast an Stangen geführt werden, da sonst die Gewichtssäulen bei Wind hin und her schlagen würden.

Kommentar von Ernst Ludwig Schüppstuhl |

Es ist leider so, in der Spur 1 ist eine vorbildgerechte Oberleitung nur mit viel Mühe zu realisieren. Besonders die gegenüber dem Vorbild sehr engen Radien stehen dem entgegen. Allerdings gibt es, zumindest theoretisch, eine Abhilfemöglichkeit. Bei engen Radien will auch das Vorbild nur so wenige Masten setzen wie nötig. Würde der Fahrdraht dann ausschließlich gerade von Mast zu Mast gespannt, wären aber zahlreiche Masten erforderlich. Aber der Fahrdraht kann, nicht nur auf alten H0-Anlagen, auch beim Vorbild im Bogen gespannt werden. Dazu ist es jedoch erforderlich, dass von der im wesentlichen senkrechten Ausbildung der Fahrleitung abgewichen wird. Das Tragseil wird in einem solchen Fall wesentlich weiter in Richtung Außenbogen des Gleises verlegt als der Fahrdraht. Die dann ebenfalls schräg stehenden Seilhänger ziehen den Fahrdraht in Form eines Polygons so nach außen, dass dem Verlauf des Gleises im Bogen gefolgt wird. So kann der Fahrdraht trotz großem Mastabstand noch sicher über dem Gleisbogen installiert werden. Das nachzubauen ist jedoch eine Herausforderung. Die Kettenfahrleitung wird dann zu einem dreidimensionalen Konstrukt, das genau auf den jeweiligen Einsatzplatz abgestimmt werden muss. Außerdem kann unter einer solchen Fahrleitung nur langsam gefahren werden, was bei den engen Radien aber ohnehin nötig ist. Wer hierzu noch etwas genaueres lesen möchte, kann hier schauen: https://www.lokifahrer.ch/Lukmanier/Infra/Dach-der-Eisenbahn/Fahrleitung.htm
Die Schweizer mit ihrem engen Zickzack, besonders auch bei Schmalspurbahnen wie z.B. der MGB, haben häufig Bedarf für solche Konstruktionen. Sie gibt es aber auch bei der DB in Süddeutschland auf Nebenstrecken.

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